HILFE: Jasper & seine mysteriösen Atemprobleme

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Awnikins
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Hallo zusammen,
ich und wie es scheint mein Tierarzt, wissen nun langsam nicht mehr was wir machen sollen, aber mein kleiner Jasper hat seit Monaten mysteriöse Atemprobleme.
Nun dachte ich mir vielleicht hat jemand hier noch eine Idee oder kennt einen ähnlichen Fall... oder weiß überhaupt einen Rat.

Kurze Background-Infos:
Ich habe momentan vier Wellis Zuhause eine Henne Maggie (habe ich jetzt seit mehr als 5 Jahren). Maggies Gefährte, Flip, starb Anfang Oktober 2019 Er stürzte eines Tages beim Freiflug ab. Hat plötzlich die Landung nicht hinbekommen. Ich hab ihn danach zur Erholung in den Käfig gesetzt. Eine Stunde später fiel er von der Stange. Er lebte noch zeigte aber neurologische Symptome: Gleichgewichtsstörungen, Lähmung. Ich bin dann zwar zum TA, aber er ist noch in der Praxis gestorben. Wir haben keine Autopsie gemacht. TA meinte es könnte ein Schlaganfall oder Tumor gewesen sein... oder auch eine Vergiftung... aber da es Maggie gut ging und die zwei allen Quatsch immer zusammen durchzogen, gingen wir nicht davon aus.

Ich ließ Maggie für eine 3 Wochen alleine, um zu sehen, ob sie Symptome zeigte... aber abgesehen von Trauer und Langeweile blieb sie gesund.
Dann kaufte ich Anfang Nov. 2019 gleichzeitig aus dem gleichen Bestand 3 Jungs Murphy, Monty und Jasper. Als ich sie kaufte hatten alle schon die Jugendmauser überstanden. Sie blieben nochmal für 4 Wochen getrennt von Maggie in einem anderen Raum. Dann ließ ich sie zusammen und sie sind eine nette Bande, die sich untereinander sehr gut verträgt. Maggie wechselt ihre Aufmerksamkeit zwischen den Jungs. Die Jungs lassen Maggie aber auch oft ihre ruhe und spielen miteinander. Das war auch meine Idee gewesen, als ich mich für einen ganzen Schwarm entschied... statt nur für einen Partner. Übrigens ist ein Schwarm auch so viel schöner als ein Paar.
Ich habe eine große 1-Zimmer Wohnung im DG. Die Piepsi's haben praktisch den ganzen Tag Freiflug. Die Fenster sind mit geklebten und zusätzlich getackerten Fliegengittern gesichert. Es gibt keinen Pflanzen und nach dem Tod von Flip, habe ich auch Deko nochmal deutlich reduziert falls er doch mit einer giftigen Substanz kontakt hatte. Die Vögel haben außerdem viel Schredder-Spielzeug, damit sie nicht auf dumme Ideen wie Tapeten-Nagen o.ä. kommen.
Die Küche ist nicht mit im Schlaf-und Wohnbereich integriert. Es ist ein extra Raum.

Nun zum eigentlichen Problem.

MÄRZ
Aufgefallen war es mir zum ersten mal im März. Damals zeigte Monty deutliche Krankheitssymptome. Ich fuhr 2h zum VK TA. Nach Röntgen wurde bei ihm eine sehr stark vergrößerte Leber festgestellt. Er wurde behandelt mit Mariendistel, ich machte eine Ernährungsumstellung mit meinen Kleinen und ihm geht es inzwischen prima (seine Nase war früher Pastellblau und jetzt leuchtet sie fast so blau wie Murphys - sie haben beide den klassischen grünen Farbschlag) :jippieh: .
ABER eben weil ich dann sehr aufmerksam war, was die Regungen aller meiner Wellis anging, fiel mir damals auf, dass mein Jasper hin und wieder merkwürdige feucht klingende Schmatz-Geräusche von sich gab UND er streckte auch hin und wieder seinen Hals und machte würgende Bewegungen (soweit ich sehen konnte ohne Erbrechen), was jeden Vogelhalter sofort alarmiert. Ich entschloss ich mich dazu ihn ebenfalls bei meiner VK Tierärztin untersuchen zu lassen.
Es wurde ein Kropfabstrich gemacht und Kot untersucht. Sein Gewicht war normal (wenn auch mit 32g an der unteren Grenze, aber er ist ein sehr kleiner, sportlicher Kerl).
Die Ärztin bemerkte, dass er etwas wenig Federn um die Augen herum hatte, aber sonst sah er fit und gut aus. Sie untersuchte seinen Kropf auf Spielzeugfäden (feuchtet den Kropf an und durchleuchtete ihn mit der Taschenlampe).Aber da ich seit einer Weile ohnehin alle Spielsachen von Fäden befreie und durch Stahlketten ersetze, fand sie auch nichts. Sie sendete die Abstrich-Proben ins Labor und schloss z.B. die Papageienkrankheit und Megas (Ihr Verdacht) aus bzw. man fand tatsächlich keinerlei Auffälligkeiten.
Und abgesehen von den merkwürdigen Schmatzern und Würgen verhielt sich Jasper weiterhin völlig normal... er ist sogar der fitteste, schnellste und neugierigste Kerl in meiner Truppe.

MAI
Das gelegentliche Schmatzen und strecken des Halses/würgen blieben aber sonst wirkte er fit. Ich blieb natürlich weiter besorgt und beobachtete ihn ständig. ALS ich dann im Mai nachts merkwürdige röchelnde Geräusche hörte und einige Nieser, sprang ich auf und stellte sofort fest, dass es Jasper war.
Zudem war mir schon ein paar Tage zuvor aufgefallen, dass er sich den Kopf sehr oft an Zweigen rieb. Die Federn über der Nase und um die Augen wirkten nun auch für mich sehr kurz und ich hatte schon vorher überlegte deswegen zum TA zu gehen. Nach dem Niesen und röcheln ging ich tags drauf zum VK TA... ich muss dazu sagen, dass ich den VK TA da gewechselt habe. Obwohl ich mit dem vorherigen super/mega zufrieden war, musste ich für jede Behandlung 2h+ fahren und mein aktueller VK TA, welcher mir von der Tierklinik Ludwigsburg empfohlen wurde, ist nur 55min entfernt. Zudem hatte mein vorheriger VK TA tatsächlich zeitgleich wegen Corona-Verdacht 2 Wochen geschlossen.

Okay. Ich also hin zum neuen TA. Wieder wurden Abstriche gemacht und er wurde äußerlich untersucht (Gewicht noch immer identisch mit dem vorherigen: 32g leicht, aber noch nicht unterernährt). Die Abstriche wurden direkt beim TA unterm Mikroskop anschaute. Sie (wieder eine Ärztin) fand ein unbekanntes Stäbchen-Bakterium im Kropf. Jasper bekam dann 3x AB gespritzt (1x pro Woche. Welches AB weiß ich leider nicht.) und mir wurde empfohlen ihn Kamillen Dampf inhalieren zu lassen, was ich dann auch täglich machte. Ich gab ihm zudem noch Vitamine (von der Ärztin verordnet) in der Schnabel verabreicht, eine Woche lang. Und junge, das fand er nicht cool und es war auch erstmal nicht so leicht ihn zu schnappen, da er echt super schnell ist und meine Dachwohnung keine Rollläden hat zum Abdunkeln. Auch hier zeigte sich im Vergleich zu Monty, der sich bei der Gabe von Medis damals auch krank und schwach verhielt (langsam, wenig kämpferisch), dass Jasper kein bisschen geschwächt war. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte mir die Hand abgebissen :roflrofl: :roflrofl: :roflrofl: Das machte Handschuhe zur Pflicht bei der Medis Gabe.

Jedenfalls wurden die Symptome dann wieder besser. Er schmatzte zwar noch immer (wie am Anfang auch), aber die röchelnden Geräusche waren weg, den Kopf rieb er sich jetzt wieder etwas weniger. Den Hals strecken er noch immer. Er würgte weiter ohne Erbrechen.
Ich kaufte dann einen Raumluftbefeuchter und einen Luftreiniger. Die Luft in meiner Wohnung ist tatsächlich relativ trocken (Tags ca. 42% ohne Heizung bei geschlossenem Fenster) und zu Beginn war die Luft durch die 4 Vögel auch noch sehr staubig. Das ist jetzt deutlich besser.

SEPTEMBER
Über die Sommermonate war die Raumluftfeuchtigkeit relativ gut (50%+). Ich habe im meiner Dachwohnung praktisch den ganzen Sommer die Fenster auf. Ich habe daher den Luftbefeuchter nicht mehr verwendet, aber den Luftreiniger weiterhin, was übrigens auch Wunder für meinen Heuschnupfen wirkte (Fenster offen ohne viel Niesen, für mich). Jasper schmatzte weiterhin, rieb sich weiterhin den Kopf (Federn sind etwas länger geworden, aber kürzer als bei meinen Anderen drei), er niest gelegentlich und würgt ohne Erbrechen. Alles wie im März, wenngleich doch irgendwie stärker, wenn man mich fragt. Sonst ist er weiterhin der fitteste und frechste von allen. Er fliegt, er frisst, bleibt neugierig, bleibt schnell und umkreist mich, wenn er meint es sei Zeit für Leckerlis.

DANN rede ich gerade mit ihm und seine Atmung weißt plötzlich zischendes/fiependes Geräusch auf. In diesem Moment bildet sich auch eine winzige "Rotzblase" mit durchsichtiger Flüssigkeit auf seiner Nase (die Färbung erinnert an meinen Heuschnupfen).
Ich ging sofort wieder zum Tierarzt:
Kropfabstrich - das Stäbchen Bakterium ist wieder da und zwar in größerer Menge, die TÄ schickt es diesmal ins Labor, um herauszufinden was für eins es ist und welches AB dagegen hilft
Kot-Untersuchung - soweit eher unauffällig (auch weiterhin keine Megas in Sicht)
Röntgen mit Kontrastmittel - leider seitlich etwas verwackelt, weil Jasper ein fitter Kerl ist und das gar nicht leiden konnte. Frontal ist aber gelungen. Aber keine Auffälligkeiten in der Lunge gefunden (Schatten/Tumor/Entzündung o.ä.), aber wie es scheint verbleibt Futter sehr lange im Kropf. Es ist bisher unklar wieso? Tatsächlich sind wir (Ärztin und ich) nicht weiter darauf eingegangen... aber könnte da irgendwo vielleicht doch der Hund begraben sein? (Ich fühle mich langsam wie House M.D. mit meinen Theorien zu Krankheiten und Symptomen)
Kloaken-Abstrich - wird ins Labor geschickt. Danach ging es meinem armer Kleinen Jasper 2 Tage lang ziemlich schlecht. Er war aufgeplustert, Hintern nach oben, er hatte offensichtlich Schmerzen, er fraß jedoch weiterhin. Aber erst als ich meinen Kleinen Kamillentee statt Wasser zum Trinken gab und Jasper (in einem von ihm unbemerkten Moment), auch Kamillentee auf die gerötete, geschwollene Kloake sprühte, wurde es besser.

Die TÄ gab mir nun auch vorsorglich Baytril und Ampho mit. Sie hat den Verdacht es könnten Megas sein, obwohl sie nicht zu finden waren... bisher.
Sie wusste erst seit diesem Termin, dass ich immer fast 1h zu ihr hin fahre, daher gab sie mir diese Medis mit.
Sie gab mir außerdem Nux/Hepas/MCP mit, welches ich Jasper täglich in den Schnabel geben sollte während wir auf den Labor-Befund warteten. Ich brachte es jedoch nicht über mich ihn zu fangen und festzuhalten, so lange es ihm mit der Kloake so schlecht ging. Also gab ich es ihm nicht, da der Labor-Befund 3 Tage nach dem TA-Termin eintraf, welches gleichzeitig der erste Tag war, an dem ich befand, dass Jasper nun wieder in einer Verfassung war um eingefangen und mit Medis gefüttert zu werden.

Der Labor-Befund lautete Klebsiella Bakterien und das wirksame AB der Wahl war tatsächlich Baytril.
Dieses gab ich Jasper dann täglich in den Schnabel bis die Dosis ganz weg war (2 Wochen).
Es zeigte sich jedoch keine nennenswerte Verbesserung der Symptome, außer das ich seither keine Flüssigkeit mehr sehe, aber das quietschende Atemgeräusch bleibt.
Es ist übrigens hauptsächlich in Ruhephasen zu hören meist abends/nachts. Er reibt sich weiter, er schmatz weiter.
Ich rief die TÄ also wieder an. Sie wirkte etwas ratlos und meinte dann ich solle jetzt mal auf Verdacht das Ampho geben.
Dies tue ich jetzt seit 1,5 Wochen.
Seit einer halben Woche mache ich zudem Apfelssig ins Wasser und gebe Propolis (nach Absprache mit der TÄ)
Faszinierenderweise wirkt Jasper damit nun noch fitter als je zuvor ABER er reibt sich weiter , auch wenn die Federn über der Nase und an den Augen nun deutlich länger sind als je zuvor. Er würgt auch weiterhin und er niest auch weiterhin. Das einzige ist, dass er seit dem Ampho 1g zugenommen hat.
Inzwischen klappt Medis geben ganz einfach. Er macht es mir zwar noch immer nicht leicht ihn zu fangen, aber wenn ich ihn dann habe, versucht auch nicht mehr mich zu zerfleischen. ;)

Dennoch mache ich mir sorgen, denn insgesamt betrachtet wurden die Symptome ja über die Monate hinweg schlimmer. Es begann mit leichtem Schmatzen und ist jetzt bei quietschenden Atemgeräuschen und seit ca. 1 Woche beobachte ich auch ein stärkeres Schwanzwippen (das weißt ja irgendwie darauf hin, dass die Atmung noch mehr Probleme macht). Aber wenn es ihm so geht, wieso ist er dann weiterhin der fitteste und agilste meiner Wellis.

Die TÄ meinte am Telefon bevor sie mir Ampho sagte und Propolis erlaubte, dass wir ja schon fast alles mit ihm an Untersuchungen gemacht hätten.

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Und wenn ja, wie ging es weiter mit dem Welli?
Kann es eine Allergie sein, kann es einfach eine anatomische Anomalie sein?
Das werde ich natürlich dann auch die TÄ nochmal fragen, wenn ich das Ampho 2 Wochen gegeben habe (also nächste Mo.)

All die Medis, die ich ihm bisher gab wirkten irgendwie, aber irgendwie auch nicht so wirklich.
Tatsächlich überlege ich jetzt ein richtiges Inhalationsgerät zu kaufen und überlege es damit zu versuchen. Denn ich denken das Inhalieren fand er zwar irgendwie supper doof.. aber danach waren die Atemprobleme mit dem röcheln weg.

Ich weiß auch nicht... denn gleichzeitig möchte ich Jasper auch nicht weiter "quälen",
so lange er sich nicht aufgeplustert irgendwo hinsetzt, andererseits ist es dann ja oft schon zu spät.
Ich überlege auch nochmal mit ihm zu der VK TÄ zu fahren die 2h weit weg ist und die mir so fabelhaft mit Monty geholfen hat... wobei ich auch am Vorgehen der anderen TÄ keine Kritik habe... oder seht ihr das Anders?

Ganz ehrlich, ich bin für jeden Ratschlag dankbar und hoffe, dass mir vielleicht irgendwer weiterhelfen kann.

Lg und Danke im Voraus,
Anja (Awnikins)
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sweet
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Hallo Anja,

es tut mir sehr leid, dass dein Kleiner so krank ist. Für mich klingt das Alles wie ein bakterieller Infekt, der immer schlimmer wird, weil er nicht richtig behandelt wird. Wenn ich Baytril höre und dass dies das Mittel der Wahl sein soll, dann wundere ich mich schon. Baytril wird gerne von normalen Kleintierärzten gegeben, weil es ein Breitbandantibiotikum ist gegen alle möglichen Erkrankungen. Ich habe das bisher noch nie von einem vogelkundigen Tierarzt bekommen. Deshalb würde ich dir raten zu dem vogelkundigen Tierarzt zu fahren, auch wenn das 2 Stunden entfernt ist. Mit diesem Herumdoktern wirst du deinem Tier eher schaden.
Bitte lasse auch den Apfelessig weg. Ich weiß, dass das vor Jahren in allen Vogelforen ständig empfohlen wurde. Aber hast du schon mal Essig getrunken, wenn du Halsschmerzen hattest? Und Jasper hat mit Sicherheit eine Kropfentzündung, wenn er sich ständig am Hals schubbert und trockenwürgt. Ich habe mal ein paar Tagen selber verdünnten Apfelessig getrunken, weil es angeblich gesund sein sollte und spätestens nach zwei Tagen war mein Körper völlig übersäuert. Wieso sollte das bei einem Vogel anders sein? Nein, das ist es mit Sicherheit nicht und gesund ist das auch nicht. Ich würde Jasper weiterhin verdünnten Kamillentee anbieten, aber nur zusätzlich zum Wasser geben. Er sollte nicht plötzlich das Trinken einstellen, nur weil ihm der Kamillentee suspekt ist. Ich würde auch möglichst Kolbenhirse und geschälte Hirse (Bio-Ware) geben. Du kannst ihm auch das Körnerfutter 20 Minuten kochen und abgekühlt zusätzlich anbieten. Daran muss ein Tier meistens erst gewöhnt werden und man sollte es ein bisschen Trockentupfen und nicht zu feucht anbieten. Das erhöht die Akzeptanz. Aber solch weiches Futter schont dann das entzündete Kröpfchen. Kolbenhirse hat runde Körnchen und das tut ihm auch nicht so weh beim Schlucken .
Haben die Tiere eine gute Bademöglichkeit? Wenn die Luft in deinem Zimmer so trocken ist, dann werden sie vermutlich auch vermehrt das Bedürfnis haben, zu baden. Solltest du Bademuffel haben, hilft auch etwas angefeuchtetes Möhrengrün oder ein angefeuchtetes Petersiliensträußchen.
Auf Verdacht würde ich nichts geben, sondern es voher lieber mit einem guten vkTA abklären.
Ich drücke die Daumen, dass du Jaspers Erkrankung bald in den Griff bekommst. So etwas schwächt ein Tier auf Dauer. Bitte halte uns auf dem Laufenden wie es Jasper geht.
LG Marlene und die Vierer-Bande
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nati
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Gute Besserung dem Kleinen. :daumendrück: :troest:
Lg
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Welli-Biene
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Auch wir drücken die Daumen für den kleinen, tapferen Jasper!
Liebe Grüße von Sabine mit Flöckchen, Azzuro und Peppino!
( Unvergessen: Max und Moritz, Taubi und Missi, Lilly, Blauchen und Grünchen, Goldie und Wölkchen )
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Steffi-Lotte
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Hallo Anja,

hui, da habt ihr ja schon vieles durch, aber ich könnte jetzt nicht sagen, dass ich irgendetwas anders gemacht hätte. Bei manchen Erkrankungen ist es echt nicht leicht mit der Diagnose.

Ich hätte jetzt mal den gegenteiligen Verdacht wie Marlene. Ich könnte mir vorstellen, dass es eine Grunderkrankung gibt, die bislang nicht gefunden und daher auch nicht behandelt wurde, die aber den Allgemeinzustand schlecht macht, so dass sich weitere Erreger breitmachen können und eben nach erfolgreicher Behandlung dann auch wieder auftauchen. Habt ihr mal über Luftsackmilben gesprochen? Das sind Parasiten in den Luftsäcken, typisches Symptom sind nachts quietschende Atemgeräusche. Man kann sie manchmal beim Durchleuchten sehen, aber nicht immer. Daher wird meist auf Verdacht mit einem Antiparasitikum behandelt, ähnlich wie bei Grabmilben. Das würde ich auf jeden Fall noch ansprechen. Tatsächlich sind viele TAs, auch gute, noch immer der Meinung, dass Luftsackmilben bei Wellis nicht vorkommen, es gibt aber immer wieder Fälle, wenn auch nicht häufig.

Eine Allergie sollte man auch nie ausschließen. Ich hatte das selbst mal bei einem Welli mit quietschenden Atemgeräuschen. Da haben wir erstmal auf Verdacht gegen Luftsackmilben behandelt, aber erst als ich das Heu als Einstreu weggelassen habe, hörten die Geräusche schlagartig auf. Das ist natürlich extrem schwer, da den Auslöser zu finden. Aber vielleicht kannst du parallel zum TA-Besuch mal alle paar Tage etwas Anderes weglassen - Einstreu, bestimmte Futtermittel...

:wink:
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sweet
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Wo ich den Beitrag von Steffi lese, fällt mir ein, dass einige meiner Tiere auch mal mit Atemgeräusche, vor allem aber mit Niesen, reagierten. Ich habe daraufhin den Kork, bevor ich ihn in die Voliere gab, ausgewaschen und trocknen lassen. Außerdem habe ich nur noch kleine Korkstückchen als Spielzeug verarbeitet und angeboten, aber keine so großen Teile mehr. Danach ging es den Tieren besser. Der Kork ist oft sehr staubig und wenn die Tiere exzessiv daran schreddern, atmen sie den Staub und die kleinen Partikel natürlich ein.
Und mein Jannik hat auf Hafer, Kanariensaat und Leinsamen mit heftigen Husten reagiert. Jetzt wo ich neben Grünfutter und Gemüse nur noch verschiedene Hirsesorten und Grassamen verfüttere, ist der Husten fast vollständig verschwunden. Ab und zu hustet er noch, aber im Vergleich zu früher eher selten.
Was ich auch empfehlen kann, ist Aloe Vera freedom. Das ist zwar recht teuer, aber man kommt recht lange hin, wenn man es einfriert. Allerdings sollte man auf die Inhaltsstoffe achten, dass kein Zucker oder Honig darin enthalten ist. Ich gebe davon 1 Eßl pro 100 ml Wasser. Ich habe immer zwei Trinknäpfe in der Voliere. Ein Napf mit Wasser und ein Napf mit Aloe Vera oder leicht gebrühten Tee (Löwenzahn-, Brennessel-, Kamillen-, Tymian- oder Ringelblumentee) Dann können die Tiere wählen, was sie gerne möchten. Es ist sehr wichtig, dass die Tiere trinken, damit die Schleimhäute nicht austrocknen, denn ausgetrocknete Schleimhäute werden rissig und sind damit ein willkommenes Einfalltor für Infekte.
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Hallo ihr Lieben,
danke für eure Tipps und Vorschläge. Ich werde sicher einiges davon umsetzen. Es ist wiklích toll wie hilfsbereit ihr seid.

Kurzer Zwischenbericht:

@Marlene Apfelessig habe ich nach deinem Beitrag sofort wieder beseitigt... und verwende es jetzt nur noch weiterhin, um mit Apfelessig-Wasser-Mischung, die Näpfe und den Käfig zu reinigen. Und manchmal hilft es echt nochmal, wenn einem jemand anderes auch sagt, man solle doch nochmal zu einem anderen Arzt gehen. Ich weiß nicht wieso... aber man kommt sich immer ein bißchen wie ein Spinner vor, wenn man einen Arzt anzweifelt... ich nehme an uns werden Ärzte immer noch als "kleine unfehlbare Götter" eingeimpft.

@Steffi Ich denke vieles von dem was du geschrieben/vorgeschlagen hast, wirst du in diesem Update wiederfinden. :)

Aaaalso .. ich habe bei der TÄ angerufen und mir alle Unterlagen von Jasper schicken lassen und habe diese dann weiter an meine ander TÄ, die weiter weg wohnt, weitergeschickt.
Daraufhin hatte ich gestern früh dann einen Termin mit Japser. Ich denke weiterhin, dass die andere TÄ definitiv auch vogelkundig war, aber halt nicht nicht so ein Spezialist, wie die entferntere TÄ. Wobei ich die andere wegen Corona nicht im unmittelbaren Umgang erlebt habe, weil man dort nicht mit in den Behandlungsraum durfte

Nun hat die die definitiv VK TÄ gestern bestätigt, dass die Gabe von Baytril aufgrund der Laborbefunde richtig/gut war. Das Labor hatte außerdem Pilze ausgeschlossen.
Sie selbst konnte Luftsackmilben ausschließen. Aufgrund des vor kurzem verabreichten ABs hat sie jetzt sie gemeint, dass es wohl kein Bakterium ist, sondern entweder eine andere Grunderkrankung. Insgesamt sei er auch für ein anderes (resistentes) Bakterium eben auch viel zu gut beieinander. Gewicht gut, Federn gut, Verhalten aktiv etc.

Sie dann also Jaspers Kropf durchleuchtet nach Milben und auch Fasern von Spielzeug.
Wobei ich ihr da gleich gesagt habe, dass die einzige Schnur, die es bei mir bis gestern gab ;) nicht bunt ist bzw. war.
Sie hat also weder das eine, noch das andere gefunden... aber bemerkt, dass sein Kropf angeschwollen ist.

Dann hat sie nochmals ein Röntgenbild ohne Kontrastmittel gemacht (zuvor war mit Kontrastmittel gewesen) und bestätigt, dass Jasper erstmal keine anatomischen Anomalien, Schatten oder sonstige Auffälligkeiten in den Organen aufweist.

Sie meinte nun, dass aufgrund der Vorgeschichte, dass ihres erachtens nach Trichomonaden (Parasiten) am besten zu den Symptomen passen würden.

Sie hat in Jaspers geschwollenem Kropf und beim Kropfabstrich gelblichen, nicht riechenden (ja sie hat daran gerochen :) ) Schleim gefunden.
Diesen hat sie unterm Mikroskop angeschaut und dort aber nur kleinere Auffälligkeiten gefunden, die jedoch nicht ganz eindeutig waren. D.h. es hat dort jetzt nicht wirklich von Parasiten gewimmelt.
Allerdings meinte sie auch, dass Trichos gerne mal durch AB etwas zurückgehen, um dann eben irgendwann wieder zunehmen. Verschleimung, sei aber immer eine Begleiterscheinung von Trichos.
Daher behandeln wir jetzt also alle 4 Vögel auf Trichos. Für 10 Tage. Sie sagte, dass Jasper innerhalb dieser 10 Tage symptomfrei werden müsse.
Wenn nicht, werden wir nochmal Röntgen müssen... mit Kontrastmittel diesmal, welches min. 3h wirken muss vor dem Röntgenbild.

Zudem meinte sie auch, genau wie ihr, ich solle jetzt erstmal alles Einstreu weglassen.
Ich hatte eine Ecke mit etwas Sand und Vogel-Waldboden-Streu zum Wühlen im Käfig. Es war zwar nicht viel, aber ich habe es jetzt weg getan.
Im Prinzip habe ich jetzt alles was staubt und damit den Kropf/die Atemwege reizen könnte entfernt. Ich hatte z.B. eine Weidenkugel mit Heu drin, welche meine Vögel lieben, die ich jetzt aber entfernt habe. Ich habe auch größerer Kork-Teile, die ich auf Ratschlag von @sweet jetzt nochmal auswaschen werde... wobei ich die bei der Käfigreinigung ja normalerweise abwasche... aber ich mach es trotzdem.

Zudem habe ich jetzt auf Rat der Ärztin wirklich auch das allerletzte Spielzeug mit Stoff-Fasern/Schnur aus dem Käfig entfernt.
Denn auch das Nagen an der Schnur könnte eine Ursache für die Atemprobleme sein (das wäre dann erst Nachweisbar durch das Röntgen mit dem Kontrastmittel und den 3h).
Ich habe Jasper zwar noch nie wirklich daran nagen sehen (wobei er den Schnabel verwendet, um sich daran hochzuziehen), aber ich bin ja auch nicht immer da... ich hatte die Schnüre+Fransen schon früher fast alle entfernt (Ich hatte auch die Fransen von der noch vorhanden Schaukel abgeschnitten), nachdem ich einen Artikel zu Fasern und Kropfentzündungen gelesen hatte... aber da meine Kleinen die Schaukel mit der Schnur so sehr mochten, habe ich es nicht fertig gebracht sie ihnen weg zu nehmen... aber nun geht Gesundheit eindeutig vor.

Nochmal Danke... und ich werde euch auf dem Laufenden halten.
Hier noch ein Bild von meinem Jasper für euch... vor der Ampho Therapie... daher auch so sauber um den Schnabel ;) ... aber abgesehen von der orangen Kriegsbemalung, sieht er noch immer ganz genau so aus... trotz Atemproblemen.
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Jasper01.jpg (42.69 KiB) 220 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Awnikins am Sa 17. Okt 2020, 12:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Hallo,

was für eine Geschichte. :glotz:
Jetzt bin ich wirklich sehr gespannt, wie es weiter geht - mehr als Du getan hast, kann man nun wirklich nicht machen. :streber:
Alles Gute jedenfalls für Jasper, auf dass die Symptome verschwinden mögen. :troest:
Liebe Grüße,

Charlotte+ die vielen Schätzchen in Rüdesheim

Wie wäre es denn mit einem oder mehreren Abgabewellis?
http://www.vwfd-forum.de/viewforum.php?f=72
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Steffi-Lotte
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Du hast wirklich Durchhaltevermögen. Ich hoffe für euch, dass jetzt der Durchbruch kommt. :wink:
Liebe Grüße von Steffi
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Jasper ist wirklich ein wunderschönes kleines Kerlchen. Ich drücke die Daumen, dass ihr die Ursache findet und Jasper wieder ganz gesund wird. :daumendrück:
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Alles, alles Gute für deinen Jasper ! :daumendrück: :daumendrück: :daumendrück:
Ein wirklich mysteriöse Sache. :hm:
Liebe Grüße, ela, oskar, livius, greg und stan sowie meine Lieblinge im Hirsehimmel : mo, billy ( genannt billyboy ) tweety, ole, butschi, hank(y), toni ( tonerl ) ! :fly:
Vögel können fliegen, weil sie völliges Vertrauen haben (James M. Barrie)
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Welli-Biene
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Alles Gute für den süßen Jasper!!!
Liebe Grüße von Sabine mit Flöckchen, Azzuro und Peppino!
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