Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

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Alex2001
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Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von Alex2001 » Mo 6. Aug 2018, 12:07

Guten Tag,

ich wünschte mein erster Post käme unter glücklicheren Umständen, aber ich muss zugeben, dass ich doch ziemlich verzweifelt bin und dringenden Rat benötige. Es geht um meinen Welli-Hahn Sky. Als Sky im April zu mir kam, war er ein munterer, fröhlicher, fast schon hyper-aktiver Vogel. Ein echter Prachtkerl. Nach etwa 2-wöchiger Quarantäne und einem Eingangscheck bei einer vkTa (vkTa #1) bekam ich das OK, ihn zu meinem geliebten Sammy zu entlassen. Leider ging das in die Hose, da mein geliebter Sammy kurze Zeit später an Megabakterien erkrankte und 10 Tage später verstarb.

Also musste ein neuer Partner her und ich habe dann im Mai einen neuen Welli-Hahn, Jimmy, angeschafft. Gleiches Spiel: Knapp 2-wöchige Quarantäne und dann wurde er zu Sky gelassen, nur diesmal schien die Verbrüderung auch zu funktionieren. Sky und Jimmy verstanden sich auf Anhieb prächtig und die Beiden so glücklich miteinander zu sehen, half mir den Schmerz bezüglichst Sammy's Ableben ein bisschen zu lindern. Aber dann nach ungefähr einer Woche nahm das Unglück seinen Lauf und Sky fing an übermäßig viel Harn auszuscheiden. Zuerst hatte ich vermutet, dass es sich um eine bakterielle Infektion handeln könnte da es in meiner Wohnung in diesem Sommer wirklich drückend heiß ist und ich auf Grund von Dauer-Stress mit dem Vermieter ein paar mal etwas schludrig beim Wechsel des Wassers war.

Da die oben genannte vkTa im Urlaub war, bin ich mit Sky dann zu einer Tierklinik (vkTa #2) gefahren, die u.a. auch auf Vögel und Reptilien spezialisiert ist. Leider war deren Facharzt für Vögel ebenfalls nicht anzutreffen, also wurde er von einer Kollegin untersucht. Diese nahm Abstriche vom Kropf und Kot und stellte eine erhöhte Anzahl an Bakterien fest. Daraufhin wurde Sky dann ein 5-Tage Medikament (Doxycyclin) gespritzt und das zweimal (einmal bei der ersten Untersuchung und dann nochmal bei der Nachuntersuchung). Nachdem das Medikament weder beim ersten noch beim zweiten mal anschlug, entschied ich mich dazu, den langen Fahrweg in Kauf zu nehmen und mit Sky bei der vk TA (vkTa #3) vorstellig zu werden, die auch meinen Sammy mehrmals behandelt hat. Dort wurde dann ein kompletter Check-up (Kot- und Kropfabstriche, Wiegen, Röntgen, Blutuntersuchung, etc.) durchgeführt mit dem Ergebnis, dass die Organe alle ok sind, aber das Immunsystem sehr schwach ist. Nach einer darauffolgenden Gefiederprobe stand die Diagnose fest: PBFD positiv.

Da PBFD nicht heilbar ist wurde mir dazu geraten, alles erdenklich Mögliche dafür zu tun, Sky's Immunsystem zu stärken. Die vk TA gab ihm ein paar Vitamin Injektionen und verschrieb ihm die Gabe von Korvimin Pulver, Umijo Immun Pet sowie abwechslungsreiches Futter. Leider schlug auch diese Kur nicht an und ich bin vor ungefähr 2,5 Wochen nochmals vorstellig geworden. Diesmal wurde von Sky eine Kotprobe genommen und an ein Labor geschickt, um ein Antibiogramm erstellen zu lassen. Zudem wurde er mit Zylexis und weiteren Vitamin Injektionen versorgt. Nach 5 Tagen hatten wie dann das Ergebnis: Es wurde ein hochgradiger Befall mit Staphylococcus Saprophyticus festgestellt. Hierbei handelt es sich um einen sehr resistenten Bakterienstamm, welches im Labor auf 30 verschiedene Medikamente getestet wurde und nur bei 3 eine Reaktion zeigte. Daraufhin bekam Sky eine erneute Antibiotikakur verschrieben. Leider weiß ich nicht mehr, welches Medikament verschrieben wurde, aber er sollte jeden Tag 4 Trophen bekommen und das eine Woche lang. Diese Behandlungsphase wurde am Samstag abgeschlossen, aber leider hat auch das nichts genutzt.

Sky leidet immer noch unter Polyurie und zu allem Überfluss, ist der Harnanteil seines Kots in den letzten 2-3 Wochen auch noch zusehends gelbstichig geworden, so dass ich jetzt doch einen schleichenden Leberschaden vermute. Während der Medigabe habe ich ihn im kleineren Quarantänekäfig gelassen um den Stressfaktor beim Einfangen so gering wie möglich zu halten. Während dieser Zeit wirkte er wieder etwas kräftiger, aber seitdem ich ihn wieder zu seinem Kumpel entlassen habe und er wieder längere Distanzen überbrücken muss, sieht man, dass er immer noch träge und schlapp ist. Er ist einfach nicht der selbe stürmische, fröhliche und vor Kraft strotzende Kerl, der er war bevor die ganze Schoße angefangen hat. Außerdem scheint er jetzt auch an Juckreiz zu leiden. Er putzt ständig sein Gefieder und ich habe ihn sogar ein paar mal dabei beobachten können, wie er sich an der Kloake ein paar Federn rausgerupft hat.

Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich muss mich diese Woche wieder bei der vkTa melden, weiß aber nicht welche Schritte ich einleiten soll. Eine erneute Blutuntersuchung um die Leberwerte zu bestimmen? Auf gut Glück ein paar pflanzliche Mittel reichen, die die Leber entlasten und stärken sollen?

ela67
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Re: Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von ela67 » Mo 6. Aug 2018, 22:28

Oh je ! :(
Da hast du ja schon eine TA-Odysee hinter dir. :troest:
Starker Juckreiz "kann" muss aber nicht, auch ein Anzeichen für ein Leberproblem sein.
Gegen Leberprobleme kannst du auch einiges tun, wenn es nicht gerade ein Tumor ist.
Nur die Leber braucht ein wenig Zeit, bis diese sich wieder regeneriert hat.
Aber vorher müsstest du es mit einem Röntgenbild abklären lassen.
Für den kleinen Sky die besten Wünsche! :daumendrück: :daumendrück: :daumendrück:
Liebe Grüße, ela, oskar, toni, Livius, greg, hank(y) und stan sowie meine Lieblinge im Hirsehimmel : mo, billy ( genannt billyboy ) tweety, ole und butschi ! :fly:
Vögel können fliegen, weil sie völliges Vertrauen haben (James M. Barrie)

vögelchen
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Re: Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von vögelchen » Di 7. Aug 2018, 11:29

Hallo Alex,
willkommen hier im Forum - auch wenn es ein nicht so schöner Anlass ist... :troest:

Zunächst einmal zu PBFD: Diese Virusinfektion spielt sich in den inneren Organen (Leber / Nieren) ab. Durch den ganzen Stress, den der Kleine mitgemacht hat, kann es zu einem Ausbruch gekommen sein - ähnlich wie bei den Megas. Es ist auch ganz "normal", dass Sky dann erst mal matter ist und auch vermehrt schläft. Viele Wellis kommen jetzt auch nochmal in die Mauser, und die strengt PBFD-Vögel dann auch oft noch deutlich mehr an, da der Stoffwechsel für die Neubildung des Gefieders über die Leber abläuft.
Du solltest also unbedingt die Leber noch gezielt mit unterstützen! Ein sehr gutes Mittel ist da Alamin (oder Volamin), denn das enthält Aminosäuren, die zur Unterstützung des Leberstoffwechsels (Funktion) wichtig sind (TW). Außerdem kannst Du den Zellstoffwechsel der Leber zusätzlich auch noch gut mit Mariendistel unterstützen, z.B. mit Phyto Hepar (TW), Legaphyton (schnabulös) etc. Wichtig ist auch der Vit.-B-Komplex in Verbindung mit Vit. K.
Auch homöopathisch kann man noch einiges versuchen, z.B. mit Hepar comp. (aber nicht die Tropfen, sondern die Ampullen!) oder
Globuli(Kombinationen).

Was die Nieren angeht: Da kannst Du es unterstützend mit Phyto Nephro (TW) versuchen. Auch da gibt es noch verschiedene homöopathische Ansätze - bei Interesse gerne mehr Infos...
Du solltest auch darauf achten, dass Du frisches Grünfutter (Möhrengrün, Löwenzahn, Golli etc.) nur sehr wenig (also nicht tgl. und auch nicht über viele Stunden) anbietest, da die darin reichlich enthaltenen Proteine die Nieren zusätzlich belasten.

Das Immunsystem kannst Du auch gut mit Immun-O-Flash unterstützen (Futter).
Was Du nach diesen vielen Antibiosen unbedingt geben solltest ist Bene Bac oder PT12!!!

Die Antibiosen darfst Du im Übrigen in ihrer Belastung (auch für die Leber und die Nieren!) für den kleinen Wellikörper nicht unterschätzen - das ist schon hammerhart, was Dein Sky da alles bekommen hat... :(

Ich verstehe auch nicht so ganz, warum der Kleine Vitaminpräparate gespritzt bekommen hat? :conf: Jede Spritze (außer Infusionen) stellt immer ein hohes Risiko und eine große Belastung für diese kleinen Wesen dar...

Sollte sich die Symptomatik weiter verschlechtern, dann würde ich auch nochmal ein RÖ-Bild zum Vergleich machen lassen - denn leider kann man bei diesen Symptomen auch Tumore nicht ausschließen... :confused:

Sollte das Ganze auf PBFD zurückzuführen sein, so kann Dein kleiner Sky damit, wenn er sich erst mal erholt hat, wahrscheinlich noch lange und gut damit leben... :troest: Es wird immer wieder mal "Einbrüche" geben, aber damit lernt man umzugehen... :grins: Ich selbst habe auch einen PBFD-positiven Schwarm... ;)

Darf ich mal fragen, woher Du Sky hast und wie alt er ist?

Alles Gute! :daumendrück:

Alex2001
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Re: Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von Alex2001 » Mi 8. Aug 2018, 02:27

vögelchen hat geschrieben:
Di 7. Aug 2018, 11:29
Du solltest also unbedingt die Leber noch gezielt mit unterstützen! Ein sehr gutes Mittel ist da Alamin (oder Volamin), denn das enthält Aminosäuren, die zur Unterstützung des Leberstoffwechsels (Funktion) wichtig sind (TW). Außerdem kannst Du den Zellstoffwechsel der Leber zusätzlich auch noch gut mit Mariendistel unterstützen, z.B. mit Phyto Hepar (TW), Legaphyton (schnabulös) etc. Wichtig ist auch der Vit.-B-Komplex in Verbindung mit Vit. K.
Auch homöopathisch kann man noch einiges versuchen, z.B. mit Hepar comp. (aber nicht die Tropfen, sondern die Ampullen!) oder
Globuli(Kombinationen).
Ich hatte vergessen es zu erwähnen, aber vkTa #3 hatte mir auch Alamin mitgegeben. Ich habe es Sky ungefähr 4 Wochen lang im Wechsel mit Korvimin verabreicht. Ich glaube ich müsste noch etwas davon hier haben. Wenn ja, kann ich ihm ab morgen wieder etwas davon aufs Futter streuen.

Über die positive Wirkung von Mariendistel bei Leberproblemen habe ich schon viel gehört. Das wäre auf jeden Fall einen Versuch wert. Kann man Phyto Hepar und Legaphyton wirklich unbedenklich bei Vögeln einsetzen?
Was die Nieren angeht: Da kannst Du es unterstützend mit Phyto Nephro (TW) versuchen. Auch da gibt es noch verschiedene homöopathische Ansätze - bei Interesse gerne mehr Infos...
Du solltest auch darauf achten, dass Du frisches Grünfutter (Möhrengrün, Löwenzahn, Golli etc.) nur sehr wenig (also nicht tgl. und auch nicht über viele Stunden) anbietest, da die darin reichlich enthaltenen Proteine die Nieren zusätzlich belasten.
Ja, ich würde gerne mehr erfahren. :)
Was Du nach diesen vielen Antibiosen unbedingt geben solltest ist Bene Bac oder PT12!!!
Bene Bac gibt es als Gel und in Pulverform. Was wäre da besser? Ich vermute mal, das Gel wird direkt in den Schnabel verabreicht. Das Fangen ist bei uns leider immer eine Qual, v.a. da meine Geier auch nicht mehr auf den Trick mit dem Lichtschalter hereinfallen. Dafür ist Sky in den letzten Monaten einfach zu oft geschnappt worden. :(
Ich verstehe auch nicht so ganz, warum der Kleine Vitaminpräparate gespritzt bekommen hat? :conf: Jede Spritze (außer Infusionen) stellt immer ein hohes Risiko und eine große Belastung für diese kleinen Wesen dar...
Ich habe nochmal nachgeschaut und bei den Injektionen handelte es sich um Vitamin B-Komplex und Vitamin ADE Antimedica. So wie ich es verstanden habe, bekam er diese zur Förderung des Immunsystems weil seine Werte wirklich schlecht waren.
Sollte sich die Symptomatik weiter verschlechtern, dann würde ich auch nochmal ein RÖ-Bild zum Vergleich machen lassen - denn leider kann man bei diesen Symptomen auch Tumore nicht ausschließen... :confused:
Hoffentlich bleibt ihm das erspart, aber nach der Tortur der letzten Monate befürchte ich auch, dass es wohl auf ein erneutes Röntgenbild + Blutanalyse hinauslaufen wird. :(
Darf ich mal fragen, woher Du Sky hast und wie alt er ist?
Sky ist ungefähr ein Jahr alt. Ich habe ihn aus einem Zoogeschäft. Jimmy ist auch aus dem selben Laden. Das Geschäft sah eigentlich sehr gut aus, aber mittlerweile glaube ich, dass alle Vögel dort krank sind da Jimmy auch vom ersten Tag an Probleme mit dem Kropf hatte. Nur im Gegensatz zu Sky, haben wir sein Problem recht zügig in den Griff bekommen.
Alles Gute! :daumendrück:
Danke!

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Re: Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von Steffi-Lotte » Mi 8. Aug 2018, 08:27

Hallo Alex,

wenn man sowieso fangen muss, kann man das BBB-Gel geben, ansonsten bevorzuge ich immer das Pulver. Das wird einfach übers Futter gestreut, haftet nach meiner Erfahrung auch sehr gut und wird dann problemlos mitgefressen.

:wink:
Liebe Grüße von Steffi
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Re: Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von Alex2001 » Sa 22. Sep 2018, 23:57

Ich wollte nur mal ein kurzes Update geben. Also, Sky bekommt seit knapp einem Monat das volle Programm (Silymarin + Alamin übers Futter und Hepar Comp über das Trinkwasser). Es hat etwas gedauert bis die Mittel angeschlagen haben, aber mittlerweile geht es ihm wieder prächtig. Er zwitschert, spielt und hat wieder richtig Zug im Flug. Auch der Kot hat sich gebessert. Es ist noch nicht wieder Kot wie aus dem Bilderbuch, aber es sieht zumindestens wieder nach Wellikot aus.

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Re: Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von Steffi-Lotte » So 23. Sep 2018, 10:11

Das hört sich ja super an, ich freue mich! :wink:
Liebe Grüße von Steffi
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Re: Wellensittich leidet seit 2 Monaten an Polyurie. Dringender Rat benötigt!

Beitrag von Lucky Mona » So 23. Sep 2018, 13:42

Das freut mich sehr für euch. :-) :-)
:fly: :fly:

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