Umgang mit einem sehr ängstlichen Welli?

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Feder
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Umgang mit einem sehr ängstlichen Welli?

Beitrag von Feder » Mo 21. Mär 2011, 20:43

Hallo,

diesmal geht es um Rudi. Ihn habe ich mit unseren zwei youngsters Theo und Willi übernommen. Ich kenne sein Alter nicht, aber Fakt ist,
dass er sehr ängstlich ist. Leider weiß ich nichts über seine Vorgeschichte.Traut er sich mal aus dem Käfig, weil sein Partner Theo draußen seine Runden fliegt, sitzt er auf dem Käfig, zittert und pumpt, dies ist das eine. Ich gehe schon ganz vorsichtig und langsam an die drei heran, doch Rudi hakt sich an den seitlichen Querstreben fest...mir ist erst jetzt der Gedanke gekommen, das der Arme Panikattacken haben könnte?!

Andererseits genießt er es, wenn ich leise mit ihm spreche, da bleibt er ruhig auf seinem Platz und schließt genüßlich seine Augen.
Wie kann ich da weiter mit ihm vorgehen, ohne ihn zu überfordern?

Achja, sollte der Beitrag nicht hierher passen, bitte verschieben,danke.

Liebe Grüße
Feder
BildTheo;BildWilli; Bild Rudi ("Kleiner")

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Carol
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Re: Umgang mit einem sehr ängstlichen Welli?

Beitrag von Carol » Di 22. Mär 2011, 06:15

Hallo Feder, warst Du mit ihm schon mal bei einem vk TA? Weil was für uns wie Panikattacken aussieht, dem liegt vielleicht ein ernstliches Problem vor das für uns im ersten Moment nicht zu erkennen ist. Eine Ferndiagnose ist leider nicht möglich, darum solltest Du unbedingt einen vk TA aufsuchen und das abklären lassen.
Liebe Grüße Gabi und die Fränkischen Flugsaurier, die Franken-Punk's und viele Fränkische Flugsaurier und Sina, Lilly, Maxi und Fips und Schatzi der Pennant für immer im Herzen

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Re: Umgang mit einem sehr ängstlichen Welli?

Beitrag von Attila » Di 22. Mär 2011, 08:05

Hallo,

meine zwei Hennen sind auch extrem ängstlich, aus gutem Grund: die eine wurde vom Vorbesitzer in die Hand genommen und gequetscht, um sie zu töten (sie überlebte und hat nun gelähmte Flügel und teilweise gelähmte Füßchen), die andere lebte verwahrlost mit Ballengeschwüren und nicht behandelten Flügelverletzungen 8 Jahre lang im Käfig bei einem demenzkranken Mann, der sie nicht mehr wirklich wahrnehmen konnte, ich vermute, er hat gegen den Käfig geschlagen, da sie immer wieder wie in Trance schreit (hat sich schon sehr gebessert), bei tiefen Männerstimmen anfängt zu zetern und bei schnellen Handbewegungen sehr schreckhaft ist.

Es ist grundsätzlich normal, daß es Wellis gibt, die immer einen größeren Sicherheitsabstand zum Menschen brauchen als andere. Es kann sich mit der Zeit (ich spreche von Monaten) bessern, wenn der Vogel langsam lernt, daß von diesem einen Federlosen keine Lebensgefahr droht.
Feder hat geschrieben: Andererseits genießt er es, wenn ich leise mit ihm spreche, da bleibt er ruhig auf seinem Platz und schließt genüßlich seine Augen.
Hm, aus der Ferne ist das natürlich schwer zu beurteilen, aber könnte es sein, daß das Verhalten genau das Gegenteilige meint?
Ich kenne es von sehr ängstlichen Wellis, daß sie, wenn ein Mensch sich nähert und spricht, manchmal durchaus ruhig sitzen bleiben und die Augen schließen. Dies ist aber kein Zeichen von Wohlbehagen oder Entspannung (dann würden sie schnabelknirschend auf einem Bein hocken), sondern im Gegenteil von großem Stress. Es scheint auf den ersten Blick seltsam, wieso ein Tier, das Angst hat, sitzen bleibt und sogar die Augen schließt (häufiges Blinzeln mit langem Moment, wo die Augen ganz geschlossen sind, gehört dazu). Ich selbst deute das so: der Vogel wähnt sich in einer Situation, wo sofortige Flucht nicht möglich ist (ich kenne dieses Verhalten nur von Wellis, die sich im Käfig befinden, wären sie draußen, würden sie abhauen), also bleiben sie ruhig und wie erstarrt, weil dies beim potentiellen Freßfeind weniger Aufmerksamkeit erweckt: Sieh mal, ich bin gar nicht da; mich gibt es gar nicht. (Das Extrem wäre sich totstellen.)
Feder hat geschrieben:Traut er sich mal aus dem Käfig, weil sein Partner Theo draußen seine Runden fliegt, sitzt er auf dem Käfig, zittert und pumpt
Da schließe ich mich Carol an. Ein vk TA könnte abklären, ob z.B. ein Herz-Kreislaufproblem vorliegt.
Meine Hennen haben auch Herzprobleme und werden als Langzeitmedikation mit Cactus Compositum übers Trinkwasser behandelt. Bei Stress/Angst fangen sie auch schnell an zu pumpen und zu hecheln.

Alles Gute für Rudi! :wink:
Viele Grüße von Wibke mit der Handicap-WG: den FußgängerInnen Bijou, Mogli und Florestan.
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