Wieviel darf ein Wellensittich kosten?

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MaggalW
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Re: Wieviel darf ein Wellensittich kosten?

Beitrag von MaggalW » Fr 15. Jun 2018, 08:53

@Plüschraketen

Du hast geschrieben, Du hättest zu hohe Ansprüche an die neuen Halter.
Da muß ich ehrlich sagen, bist Du meine erste Ausnahme unter (Ex) Züchtern.

Vielleicht bin ich auch einfach voreingenommen bei dem Thema. Meine Erfahrungen mit Züchtern beschränkt sich ausnahmslos
auf das Negative.

Ich könnte Euch aus dem Stehgreif 3 haarsträubende :sad: Beispiele nennen, wo ich mich frage, was für einen miesen Charakter solche Leute (Züchter) haben.

@spooky: Ja Du hast schon Recht, ohne Züchter keine Haustiere.
Bloß: Muß man mit einem Lebewesen wie in der freien Wirtschaft Gewinn-Maximierung anstreben?
Muß eine Lebewesen dem menschlichen Schönheitsideal entsprechen?
Das sind doch zu 90% die Hauptgründe von Züchtern und genau das regt mich auf!
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spooky
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Re: Wieviel darf ein Wellensittich kosten?

Beitrag von spooky » Fr 15. Jun 2018, 12:18

MaggalW hat geschrieben:
Fr 15. Jun 2018, 08:53
Bloß: Muß man mit einem Lebewesen wie in der freien Wirtschaft Gewinn-Maximierung anstreben?
Muß eine Lebewesen dem menschlichen Schönheitsideal entsprechen?
Das sind doch zu 90% die Hauptgründe von Züchtern und genau das regt mich auf!
Ich wüsste jetzt keinen Züchter, der Gewinn-Maximierung als Ziel hat?
Das wäre auch eine ziemlich krude Annahme, denn mit Wellensittich-Zucht kann man ganz sicher keinen Gewinn erwirtschaften.
Das ist Hobby!

Und natürlich sollte ein Züchter auch ein Zuchtziel haben, sonst ist es bloss stumpfe Vermehrung.
Kein Züchter wird so blöd sein, NUR auf eine bestimmte Farbe zu züchten.
Erfolg kann man mit einer Farbe (wenn das jetzt mal das "ganz hohe Ziel" ist) nämlich auch nur haben, wenn man gesunde und fitte Tiere ranzieht. Sonst ist das Zuchtmaterial nämlich "wertlos" (auch nicht-materiell, denn kranke Tiere werden keine tollen Küken hervor bringen).
Da kann richtig viel Zeit und Arbeit und auch Geld drin stecken!
Und wenn ich weiss, dass ich Qualität habe, dann kann ich dafür auch einen Preis verlangen und werde Leute finden, die den gerne zahlen.

Last not least, wie wird man denn Vogelzüchter - weil man Spass daran hat. An den Vögeln.
Das fängt doch niemand an, weil er jetzt beschlossen hat, kleine Tiere zu quälen.

Ja, es gibt gewiss auch viele unseröse "Züchter" (richtiger: gedankenlose Vermehrer), aber dass hier immer wieder so pauschal über einen Kamm gekehrt wird, finde ich verächtlich.

Es sind eben Menschen. Gibt unter allen "Sorten Menschen" gute und schlechte, so ist das halt.

Hier schwingt immer sowas mit, ein Züchter ist per se schlecht. Einen Vogel zu zähmen ist schlecht. Futter das einen Namen hat ist schlecht. Usw. Sorry, das ist doch Quark, die Welt ist nicht nur schwarz oder weiss!

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Re: Wieviel darf ein Wellensittich kosten?

Beitrag von MaggalW » Fr 15. Jun 2018, 20:22

Ich seh schon, wir kommen da nicht zusammen. Mag sein, dass ich da einfach Vorurteile hab, was aber
durch Erfahrung begründet ist.
Wenn ich von einem Züchter höre, ( Auf einer Vogelausstellung) Achtung Originalzitat: Was machen sie den, wenn einer
ihrer Standardwellis krank ist, haben sie einen vkTÄ in der Nähe?.....Schmunzeln...dann küsst der Vogel die Wand!
Ganz toll....
Ein weiters Beispiel: Der Lebensgefährte unserer Sprechstundenhilfe in der Vogelpraxis arbeitet bei einem großen Zoohandel. Alle 3-4 Wochen bekommen sie eine neue Lieferung Wellensittiche. Von einem Züchter. Eingepfercht 20-30 Stück in kleinen Boxen. Jedesmal sind welche dabei, die von Artgenossen angefressen werden oder schwer verletzt.
O-Ton Züchter ob er den nicht weniger Wellis in die Boxen packen könnte: Ja mei, dann muß ich zweimal herfahren.
Die Sprechstundenhilfe hat übrigens schon mehrmals solche Vögel aufgepäppelt.

Übrigens:“Es mag Ausnahmen geben bei Züchtern, mir ist noch KEINE solche Ausnahme untergekommen
oder bekannt.“ Zitat von meinem Beitrag.
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Re: Wieviel darf ein Wellensittich kosten?

Beitrag von Josefine » Sa 16. Jun 2018, 16:20

So einer darf sich aber nicht Züchter nennen ;-)

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Re: Wieviel darf ein Wellensittich kosten?

Beitrag von spooky » Mo 18. Jun 2018, 13:44

Ich glaube, man darf hier solche Links nicht setzen, aber googel doch mal "Wellensittichzucht" und schau Dir ein paar Webseiten an. Es gibt schon etliche Züchter, die das ganz gut machen.
Es gibt auch ein recht bekanntes Forum zum Thema, wo sich überwiegend Standardzüchter austauschen. Nicht nur über Zuchterfolge, sondern auch -probleme, Krankheiten und gegenseitige Hilfestellung.

Natürlich sind solche "miesen Züchter" eher nicht online unterwegs, aber z.B. hier im Nachbarort ist einer, der macht auch nicht so ein Bohei, aber das sah alles vollkommen in Ordnung aus. Und das war der erstbeste wo ich hin bin (eben weil nah).

Nach meiner Erfahrung sind die meisten Züchter eigentlich "OK". Gewiss teils irgendwo verbesserungswürdig, aber nicht unwürdig für die Tiere.

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Re: Wieviel darf ein Wellensittich kosten?

Beitrag von loci » Mo 16. Jul 2018, 09:41

Hi,

ich habe auch ehrlich gesagt nicht die komplette Diskussion gelesen, aber die Eingangsfrage. Und den Beitrag von Moni als Insiderquelle.

Ich selbst habe nur Wellis aus privater Abgabe (waren "kostenfrei") und aus dem Tierheim, wo ich 15€ pro Tier Abgabegebühr zahle. Ich stimme aber Moni uneingeschränkt zu - sie sollten deutlich teurer sein, damit sich nicht jeder Hans und Franz bei Laune gerade mal einen Welli holt. Ich gebe auch zu bedenken dass die Anschaffungskosten den geringeren Teil ausmachen. Ich habe eine 12 jährige Henne, die mir insgesamt grob überschlagen jetzt ca. 2000€ (ja, zweitausend) Euro Behandlungskosten beschwert hat, natürlich über die Jahre. Davon war in der Tat ein recht teurer Vogelmediziner aus München dabei wo ich 2 Rechnungen von je 700 und 300 € habe sowie kleinere Rechnungen die sich geläppert haben. Dann dieses Jahr eine große OP im Wert von 300€, und alle 8 Wochen kommen nochmal 93 Eur drauf wg Hormonchip etc. Entsprechend würde ich auch 150 € zahlen, aber ich persönlich kenne keinen Züchter der seine Tiere gut hält. Im Gegenteil, ich habe einen Welli der vom Tierschutz beschlagnahmt wurde, da der Züchter komplett hochgenommen wurde wegen angeblich katastrophalster Bedingungen. Man wollte nicht ins Detail gehen, es muss also sehr schlimm gewesen sein. Habe dann mal Anzeigen hiesiger Züchter in der Umgebung abgeklappert da ich lange nach einer weiteren Henne für meine verstorbene Lori gesucht habe, und einfach keine Tierschutzhenne fand. Aber auch da boten sich wieder - vorsichtig ausgedrückt - interessante Angebote. In meinem Tierheim kann ich sicher sein, dass die Wellis bei Eingang auch schonmal nen Tierarzt für die erste Prüfung gesehen haben, alle Tiere waren da immer topfit und ich habe selbst das Tierheim immer noch ausgefragt.

Fazit meines langen Geschwafels: Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Wellis genauso kostspielig im Unterhalt sein können wie Katzen und Hunde; die Farbschläge sind zwar schön, aber gehen oft auf Kosten der Gesundheit und damit Lebensdauer der Vögel ; beim Vogel aus dem Tierschutz ist man häufig auf der sichereren Seite was Erkrankungen angeht, was aber nur meine eigene persönliche Erfahrung ist. (Mein Piet wurde vom Züchter stark vermilbt durchs Vererinäramt beschlagnahmt, mit Herzfehler und Organproblemen, weshalb er nur kurze Strecken fliegen kann da er sonst massiv Atemnot bekommt - die 12 Jahre meiner einen Henne, welche nächsten Januar 13 wird (Tierschutzvogel) wird er mit Sicherheit nicht erreichen).
Paloma (private Abgabe, geb. 2006) * Barney (Tierheim, eingezogen: 2014) * Lori (Tierheim, eingezogen: 30.06.2014) * Piet alias Dick-Piep (Tierheim, eingezogen im Januar 2016)
Im Regenbogenland voll Hirse: Federchen (+ 23.01.2016)

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